Was sind die Grundlagen von PROSOCIAL?

Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen arbeiteten Hand in Hand, um PROSOCIAL zu entwickeln. Dies passierte im Umfeld des „Evolution-Institutes“. Die bekanntesten von Ihnen sind der Evolutionsbiologe David Sloan Willson, die Ökonomin Eleonore Ostrom und der Psychotherapeut Steven Hayes. Gerade Erkenntnisse aus diesen drei Forschungsgebieten boten eine große Schnittmenge im Bereich des prosozialen Verhaltens.Die Grundlagen von Prosocial

Die Evolution des selbstlosen Handelns

Die neusten Forschungen der Evolutionsbiologie zeigen das Lebewesen die sich in Gruppen organisieren und uneigennützig und kooperativ handeln, einen evolutionären Vorteil haben (Mehrebenen-Selektionsstherie). Lebewesen, die sich eigennützig verhalten, unterliegen im Existenzkampf. Eigennütziges Verhalten führt zum Übernutzen von Ressourcen oder zu anderen Tragödien.

David Sloan Wilson war überrascht, als er die Gruppenprinzipien von Elenore Ostrom kennenlernte, die mit seinen wissenschaftlichen Einsichten übereinstimmten.

Wie Gruppen funktionieren – die Ostrom Prinzipien

Die Ökonomin Eleonore Ostrom untersuchte in Ihrer Doktorarbeit eine dörfliche Gemeinschaft im südlichen Kalifornien. Diese Gemeinschaft schuf ein solidarisches System, um sinnvoll mit ihren knappen Vorräten an Grundwasser zu wirtschaften. Für Ostrom war diese Arbeit der Auftakt, weltweit zu Gruppen und deren Umgang mit gemeinsamen Ressourcen zu forschen. Dabei entdeckte sie, dass die Gruppen erfolgreich waren, die bestimmte Rahmenbedingungen erfüllten und deren Mitglieder sich nicht egoistisch verhielten. Sie funktionierten ohne das sie von »oben nach unten« reguliert wurden. Diese Bedingungen fasste sie in acht Prinzipien für Gruppen zusammen – den „Ostrom-Prinzipien“.

Für diese besondere Arbeit erhielt sie 2009 den Nobelpreis für Ökonomie.

PROSOCIAL geht davon aus, dass diese Design-Prinzipien auf weitaus mehr Gruppen anwendbar sind als auf solche die gemeinsam Ressourcen verwalten. Fast jeder Gruppe, die ein gemeinsames Ziel verfolgt, kann es passieren, dass eigennütziges Verhalten einzelner Mitglieder ein Erreichen dieses Ziels gefährdet. Sie profitieren von den Design-Prinzipien. Ein solches Ziel kann ein friedliches und respektvolles Miteinander in der Nachbarschaft, der Hausgemeinschaft, dem Verein oder die Notgemeinschaft einer Unterkunft für Geflohene sein.


Ostrom Prinzipien, Ostrom Elenore

Verhalten positiv verändern

Mithilfe der Akzeptanz und Commitment Therapie (ACT) arbeiten Menschen daran, Verhalten positiv zu ändern. Dieses therapeutische Modell geht davon aus, dass alles, was ein menschliches Wesen tut, Verhalten ist. Auch Gedanken, Gefühle, Empfindungen des Körpers und das innere Erleben. Es ist ein modernes verhaltenstherapeutisches Modell, das die psychische Flexibilität fördert. Dieses Modell beruht auf:

  • Achtsamkeit – im Hier und jetzt sein.
  • Akzeptanz - das Leben so annehmen wie es ist.
  • Comitment - engagiertes wertegeleitetes Handeln.

Es ist wirksam bei einer Vielzahl von psychischen Beschwerden und wissenschaftlich geprüft. Der Psychotherapeut Steven Hayes hat ein paar seiner Erfahrungen aus der Akzeptanz und Commitment Therapie in die PROSOCIAL-Methode einfließen lassen. PROSOCIAL ist keine psychotherapeutische Methode. Ein psychologischer Laie kann sie nach kürzester Zeit anwenden.

PROSOCIAL verbindet die Erkenntnisse aus der Evolutionstheorie mit den Ostrom‐Prinzipien und den Einsichten zum hilfreichen Verändern des Verhaltens aus der Verhaltenstherapie. PROSOCIAL unterstützt damit Gruppen und Gemeinschaften beim Identifizieren und erreichen gemeinsamer, hilfreicher Werte und Ziele.